Knapp daneben ist auch vorbei

HM in Landshut 29.04.18

Berichte über das Coolste Event oder die Hitzeschlacht hat eigentlich Karsten abonniert. Der Lauf in Landshut am letzten April-Wochenende fiel jedenfalls subjektiv eher in letztere Kategorie.

Ein trotz Frühlings heißer Bericht zu einem Halbmarathon von Bernd Grimm.

Erwin, Christian und Lorenz haben sich mit mir zum HM in Landshut verabredet. Start war um 12 Uhr Mittag in der Landshuter Innenstadt gegenüber des Rathauses. Auf dem Weg dorthin musste man eine sehr intensive Beschallung passieren, die vom Aufwärmprogramm kam. Das Foto an der Laufstrecke entlang der Isar haben wir zum Glück vor dem Lauf gemacht. Nachher wäre ich zu zittrig gewesen. Das letzte Foto auf der Homepage zeigt noch Karsten mit Langlaufskiern. Unser letzter Lauf war vor zwei Monaten der HM der Ismaninger Winterlaufserie. Ismaning war zwar mit Schnee und Glatteis auf der Laufstrecke anstrengend und ich bin einmal kräftig auf den Hintern gefallen. LA sollte trotzdem deutlich anstrengender werden. Von minus 8 auf 26 plus macht 34 Grad Temperaturunterschied zwischen den beiden Läufen. Darauf waren wir noch nicht so richtig eingestellt. Martina hatte uns vorgewarnt und sich kurzfristig gegen eine Teilnahme entschieden.

Schon bei der Startaufstellung war es uns unangenehm warm, weshalb wir uns an einem Getränkestand in den Schatten zurückzogen. Dort hätten wir beinahe den Start verpasst und sind ziemlich als letzte über die Startlinie los gelaufen. Das rächte sich, weil wir die paar langsameren erst mal zwischen den Engstellen der Strecke überholen mussten um die geplante Geschwindigkeit (zunächst) laufen zu können. Wir wollten es in zwei Stunden schaffen. Die Läufer mit unserem (Anfangs-)Tempo waren längst über alle Berge.

Die von Bäumen gesäumte Kiesstrecke entlang der Isar spendete zumindest die ersten 10 km einigermaßen Schatten. Dafür ging es gegen Ende leicht bergauf. Der Wind verschaffte zweitweise etwas Kühlung. Verwirrung gab es bei manchen, als die Kilometrierung scheinbar durcheinander war; dabei wurde ab der Mitte rückwärts gezählt, was mir persönlich psychologisch angenehmer ist. Als wir die Isar entlang liefen und die Badegäste auf dem Kiesbett gesehen haben, meinte Erwin, er würde jetzt viel lieber da unten liegen. Ich hätte hingegen eine Bank im Schatten vorgezogen. Lorenz war schon voraus gelaufen und konnte nicht mitjammern. Stefan Hornstein habe ich ausschließlich von hinten bzw. auf der Strecke gar nicht gesehen. Christian pflegte eine angeregte Unterhaltung, für die er sich sogar zurück fallen ließ und beeindruckte uns überdies mit einem intensiven Zwischenspurt, um uns an der nächsten Wasserstelle wieder einzuholen. Anschließend stellte er das Reden doch bald endgültig ein.

Auf dem Rückweg hatte niemand mehr Luft zum Quatschen. Einer der Läufer nach dem anderen brach ein und ließ sich zurückfallen. Ein neuer Pacesetter war für uns nicht in Sicht. Plötzlich tauchte einer neben uns auf, den wir schon bei km 8 überholt hatten. Sind wir so langsam geworden? 6 km vor dem Ziel schnell hochgerechnet ergab, dass ab jetzt ein 6er Schnitt noch reichen würde für die 2-h-Marke. Erwin antwortet mit "hm", was ich als Zustimmung verstand. Ab km 17 drehte mir jemand langsam die Energie ab. Die 2-h-Marke fühlte sich nun unerreichbar an. Keiner von uns hatte noch Freude daran weiter zu laufen. Jetzt war ich mir relativ sicher, dass ich einen HM auf Jahre hinaus nicht so schnell wieder machen werde. Nach dem Zieleinlauf war ich mir dann absolut sicher.

Zuerst merkte ich gar nicht, dass ich meine geplante Zeit von 2 h fast geschafft und nur um 3 Sekunden verfehlt hatte. Das war mir in dem Moment auch völlig egal. Lorenz hatte als einziger von uns die 2 h deutlich unterschritten und wartete im Ziel. Er brachte mir mit einem Becher kühlem Erdinger Alkoholfrei die Lebensgeister zurück. Zu Hause lagen schon die Turnmatte und Faszienrollen bereit. Das erste Bier war aber dringlicher. Für jede Art von Gymnastik waren wir zu schlapp. Nach dem zweiten Entspannungsbier haben wir uns schon wieder zum Bahntraining bei Franz verabredet zur Vorbereitung für das nächste Mal (in 2 h) und nicht 3 Sekunden länger bzw. Lorenz unter 1:50. Denn knapp daneben ist auch vorbei.


B.G. Auf dem Foto von Links: Bernd Grimm, Christian Pompl, Erwin Hudler, Dr. Lorenz Bott-Flügel


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