Fronleichnam, einmal Ellermühle und zurück

Von vermissten, flüssigen und operativen RADLERN

Der Sommer mit all seinen Aktivitäten neigt sich dem Ende zu und die Herbstsaison ging bereits mit dem Stadtlauf an den Start. Unter dem Motto "Geschichten, die der Sommer schrieb" blicken wir gemeinsam mit Anke Lau zurück auf drei sommerlichen Aktivitäten aus unserem Verein. Zunächst gedanklich zurück nach Fronleichnam, dem 15.06.2017.
Nummero uno - viel Spaß beim Lesen!

Diesmal ist Michael mit von der Partie. Beim Ausflug am 1. Mai hatte er am Schwimmbad auf uns gewartet. Dumm gelaufen. Dort ist bekanntlicherweise der Treffpunkt für die Samstagsausfahrten. Für die Feiertagsausflüge treffen wir uns am Gesundheitspark. Heute hat er alles richtig gemacht. Er ist zur rechten Zeit am rechten Ort.


Arndt tritt an im dekorativen Krümelmonstertrikot on Bike, Michael hat mal frei von der Baustelle, Annette werkelt nicht im Garten sondern sitzt mit Rolf auf dem Rennrad. Jeder auf seinem, versteht sich. Rennräder in Tandemausführung scheint es am Markt noch nicht zu geben.

Hans-Jörg und ich repräsentieren unseren Verein und tragen das Trisportshirt mit dem Idendifikationslogo auf dem Rücken. So kann jeder mit Leichtigkeit erkennen zu wem denn diese jung dynamischen Radsportler gehören. Karsten hat seine Alpenvereinskarte dabei und Kalli unterstützt als der Landkreis – und Windkundige wie gehabt bei der Orientierung. Strahlender Sonnenschein. Ausnahmsweise wenig Wind.  Es geht nach Landshut zur Ellermühle. Da wartet bereits Biergartenfeeling auf uns. Wir brauchen eine Weile bis wir ein Tempo finden, das allen gefällt. Die schönsten homogenen Momente erleben wir allerdings auf der Rückfahrt, als es uns gelingen wird pärchenweise (aber nicht händchenhaltend) in Zweierreihen nebeneinander die restliche Strecke von Langengeisling nach Erding über wenig befahrene Straßen entlang zu gleiten.  Karsten und ich genießen als Schlusslichter den Blick auf die Gruppe, die vor uns liegt - schöner Anblick; da fängt es an kitschig zu werden: Vereint im Verein.

Nun aber erst mal der Reihe nach: Noch sind wir  auf dem Hinweg. Gleich zu Beginn treten kleine Orientierungsschwierigkeiten auf. Keiner ist scharf auf den Anstieg vor Maierklopfen, also umfahren wir diesen mit dem Ziel Maierklopfen - so versteht es Kalli, der voranfährt. Die Routenplanung und somit Karsten meinen allerdings: Umfahren Ja! Jedoch mit dem ZIEL Maria Thalheim.  Wir touren brav dem Leitradfahrer hinterher und landen im Maierklopfener Kreisel! Karsten, der nun ebenfalls einkreiselt klärt auf – auch über die dadurch zusätzlich zurückgelegten Kilometer. Was soll‘s: Wir klopfen noch ein paar Sprüche über Maierklopfen und fahren halt einfach wieder zurück. IMMERHIN. Den Anstieg haben wir uns gespart. Wir sind zum Radeln da, da sind ein paar Kilometer hin oder her doch keine große Sache, sondern großer Sport.

Später am Biertisch im Biergarten wird das Thema Orientierung ein Fall für die Spezialisten; es wird gefachsimpelt über den besten Orientierungsunterstützer: die Karte, Navigeräte, dann lieber Garmin oder Blaupunkt, oder doch so ganz ohne wie ich, weil ich meist einfach hinterherfahre – hinter denen, die sich „auskennen“ ,  daran glaube, dass wir unser Ziel erreichen und gewiss wieder zurückfinden. Das hat bislang immer funktioniert. Ich rede aus Erfahrung. Nicht auszudenken was passiert, wenn ich den Anschluss verliere und radlerseelen allein in Wald und Prärie bzw. ganz banal auf der Landstraße stehe -…. Na, da kann ich immer noch Schilder lesen und Leute fragen: die kommunikative Methode…

Wir sind bereits in Landshut und kurz vor dem Ziel, als Annette verkündet, dass sie einen Platten hat. Annette, damit hättest du jetzt wirklich warten können! Schlechtes timing. Aber was solls.


Wir sind flexibel und suchen uns ein schattiges Plätzchen in der Feuerwehranfahrtszone (s. Foto mit Schild) einer Wohnanlage. Der passende Standort  für den operativen Eingriff, den wir jetzt vorhaben.
Diagnose: Schlauch kaputt. Therapie: Wechsel durch SpontanOperation.

Ein fachkundiges OP-Team ist kurzerhand zusammengestellt, jeder findet seine Aufgabe.
Arndt posiert und kommentiert, Anke (also ich) dokumentiert und inszeniert - ein schnelles opportunes Fotoshooting.


Michael leuchtet  mit seinem Strahltriko glühwürmchenlike die Szene und in gleichem Zuge den fiktiven OP-Tisch aus.
Da ist so ein Radler praktisch, zupackend und innovativ. Selbstverständlich gibt es zahlreiche helfende Hände. Werkzeug wird ausgepackt, Ersatzteile zu Recht gelegt – nun ran an den Speck!


Rolf hat seine OP-Haube und den Augenschutz gleich dabei, braucht lediglich den Helm absetzen. Kalli ist geübt im Abziehen von Mänteln, entnehmen löchriger Schläuche und übernimmt die Leitung. Fachkundig geht es zu. Annette ist mit Ihrem Rad in den besten Händen. Seelsorgerische Worte bleiben nicht aus. Annette du bist nicht allein!


Für mich tut sich ein kleines Lehrstündchen auf. Vielleicht kann ich mir die Lerneinheit merken – das learning by watching, zu einem späteren Zeitpunkt mit  learning by doing manifestieren, um dann im worst Case, in der Lage zu sein, den eigenen Platten autark zu reparieren. Das hier ist natürlich bei weitem die angenehmere Alternative!
Und: Lange Rede, wenig Sinn: Operation gelungen Patient tot… besser gesagt- nicht mehr in Not. Rad intakt! Die Fahrt geht weiter. Wir schwingen uns auf die Sattel und sind bald da. Jetzt schmeckt das Bierchen gleich nochmal so gut. Ein wenig Radlerlatein wird gesponnen, von holländischen Bergen erzählt und sonstige windige, rädrige Anekdoten zum Besten gegeben. Der Fantasie und Themen sind  keine Grenzen gesetzt.

Dann wird zum Aufbruch gerufen, alle richten Ihre Räder, ihre Outfits und rollern zum Ausgang. Und ganz wie bei einem Schulausflug ist einer weg. Beim Durchzählen der Gruppe kommen wir nur auf sieben. Wir sind acht, gewesen…. Ja der Karsten, der fehlt! Ein Suchtrupp wird ausgesandt und wir bleiben am Ort. Nach ewig bangen Minuten des Wartens… man weiß ja nie was so einem Radler alles zustoßen kann, taucht er und atmen wir auf. Karsten hatte selbständig ohne Bescheid zu sagen das Biergartengelände am anderen Ausgang verlassen… So kann’s gehen. Eine Runde Nachsitzen, bitteschön. ;-)  Wir haben uns alle wieder und treten den Rückweg an. Der radelt sich so weg.

Zum krönenden Abschluss gönnen sich noch einige Radler ein Radler am Kronthaler Weiher und dampfen ganz gekonnt ihre Füße im kalten Nass aus.

Dass Michael am Ende, nach dem flüssigen Radler ebenfalls mit einem Platten dasteht, sei noch am Rande erwähnt. Aus späteren Erzählungen erfahre ich dann, dass der Reifenwechsel leider nicht mehr erfolgen konnte. Das Ventil konnte von keiner noch so starken Männerhand mehr gelockert werden. Gut, dass sich Michael zu seiner Verwandtschaft in die Nähe retten konnte.

AN.ders
Im September 2017


Events


24. Stadttriathlon Erding | 17./18. Juni 2017
17./18. Juni 2017


16. Stadtlauf Erding | 24. September 2017
24. September 2017


10. 3Königsschwimmen | 6. Januar 2017
6. Januar 2017


Trisport Erding Events
auf Facebook