Power.und.Park

Mücken im Anflug

Es ist Montag, der 24.04.2017 kurz nach neunzehn Uhr. Standort AFG. Hier treffen sich Sportler. Keiner von uns weiß so richtig, was kommt. Während die sechzig Fit und Frühling Läufer sich warm machen, fast synchronartig wie eine Wasserbalett Eliteeinheit  ihre Arme schwingen, sich anschließend in vierer Gruppen aufteilen und durchstarten, stehen wir vierzehn Power im Park Frischlinge am AFG und warten. Man überlege sich mal, das ist eine komplette Fußballmannschaft mit drei Ersatzspielern, die  sich hier einfindet. Soviel erwachsene Trisportler haben sich in dieser Gruppenstärke zum gemeinsamen Training (Lauftreff mal ausgenommen…) eher seltenst eingefunden. Das ist extraordinär.

Gespannte Gesichter, gespannte Muskeln erwartungsfrohe Blicke und Gespräche über das Wetter, das heute sonnig, ein wenig kühl aber grundlegend gesagt, einmal herausragend ist und für eine Trainingseinheit im Freien keine Wünsche mehr offen lässt.

Es ist viertel nach sieben. Wir stehen und Warten auf die Trainer oder doch auf Godot. Noch ist keiner in Sicht. Weder Godot noch ein Trainer. Kommt da noch jemand?

Zeit sich zu fragen, ob wir richtig angezogen sind. Kurz oder lang, was ist denn nun am besten?  Noch bevor die Patentlösung gefunden ist, kommt Simone und klärt auf. Ingrid Scharf und Manuel Kurrek sind bereits im Park und bauen auf. Also nichts wie hin und dabei gleich ein wenig warm laufen. Gegenüber vom Kinderspielplatz ist nun unser Zirkel aufgebaut. Elf Stationen. Wir bilden Pärchen. Weiblich mit weiblich und männlich zu männlich. Zwei zu Fünf. Auf geht’s. Drei Durchläufe sind angesagt. Ingrid und Manuel führen die Übungen an den Stationen einmal vor. Es gibt Schlaufen, bunte, große, breite Gummibänder, zwei wulstige, hohe gewaltige Steine... die stehen da halt so rum und werden gleich als Trainingsgerät hergenommen. Flachgelegte Stickleitern, Schlangen, die in Wallungen gebracht werden und vieles mehr.

Wir positionieren uns an den Stationen und auf geht’s. Simone und ich eines der weiblichen Dreamteams gehen gleich an die Schlangen. Die haben es in sich, oder besser gesagt, die sind so träge, dass es alle Kraft braucht um sie überhaupt in Schwung zu bringen. Die Schlangen sind tatsächlich so etwas wie feste Taue, an Bäume angebracht, die flach am Boden liegen. Ca. vier Meter lang. Und du nimmst die Tauenden in die Hand, schlägst sie auf den Boden und versuchst Wellen zu schwingen. Das geht tüchtig in die armen Arme.

Dreißig Sekunden jede Übung. Dazwischen Zeit zum Wechseln. Wir arbeiten uns voran. Zuschauende Stadtparkspaziergänger halten ein und  kommentieren unser Tun mit bewundernden Blicken. Sie haben wahrscheinlich den Eindruck, hier trainiert die Erdinger Sportelite freischaffend und leistungsorientiert. Klar, ist ja auch so. ;-). Mal ganz ehrlich, wir sind froh, dass wir mit dem Leben davon kommen. Simone und ich  rappen unser Mantra „Knack Ar… „; Knack Ar…“ im Rhythmus der Übung mit den Terrabändern, in die wir freiwillig  - das stelle frau sich mal vor - schlüpfen,  diese um die Oberschenkel und Fußfesseln spannen und uns in gehockter Haltung, wie auf einem portugiesischen Stehklo hockend fortbewegen. Nun gut, der Vergleich hinkt, auf einer Toilette bewegt man sich nicht fort…. aber ohne Bewegung bringt die Übung ja nichts.

Kalli und sein Kompagnon Bernhard sitzen sich gegenüber auf einer blauen Isomatte, verschränken ein wenig die Beine mit- und ineinander. Einer hält einen Ball in seinen Händen. Lehnt sich mit ihm entspannt nach hinten, zieht sich an seinem Sixpack gleichzeitig mit seinem Gegenüber  nach oben. In der Mitte der Matte angekommen erfolgt der Balltausch und Bernhard lehnt sich entspannt zurück, um dann kraftvoll aus dem Bauch heraus nach oben zu kommen und den Ball wieder zurückzugeben. Dieser Vorgang wiederholt sich. Allerdings, wenn ich die beiden länger betrachte  hat es den Anschein, als säßen die zwei in der Badewanne und reichten sich ein Quietscheentchen beschaulich hin und her. So leicht und beschwingt im Badeschaum träumend.

Chris hängt in der Schlinge, und Florian in den Seilen. Erwin sprintet rückwärts. So haben wir alle unser Tun. Die Runden werden dreimal wiederholt.

Wir kommen gut ins Schwitzen... Schwitzen, Schwitzen und ZACK! Wir schlagen uns plötzlich - für uns selbst ganz unerwartet - reflexartig ins Gesicht. Na, was war das? Mücke. Mücken umschwirren Sportler wie Motten das Licht. Mit einem Unterschied, dass Motten nicht stechen und von der heißen Glühbirne stumpf abfallen sobald sie auf ihr landen, während diese Mücken lustig und satt weiterleben, wenn sie sich an dem fruchtigen Blut eines Trisportlers laben. Ich wünsche denen den schlimmsten Muskelkater an den Hals, den sie sich durch ihr vampirisches Blutsaugen eingefangen haben. Einen Sportler anzusaugen, bleibt nicht ohne Strafe. Mücke! DU!

Am Ende bilden wir einen runden Kreis, und sind beeindruckt von seinem großen Durchmesser. Wir dehnen, sind glücklich und freuen uns. Ja. Das tun wir. Wir haben was geschafft. Dazu an der frischen Luft, Muskelpartien beansprucht, von denen so manch einer gar nicht wusste, dass ihm diese zur Verfügung stehen, geschweige denn sie einzusetzen in der Lage ist. Das tut gut.

Danke Ingrid, Danke Manuel.
WIR kommen wieder.
Und Mücke: Du kannst dir mit deinen Spezls eine andere Fast Food Kette suchen. Wie wär's mit McMücke…

AN.ders.
02.05.2017


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